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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Demonstrantin zusammengeschlagen



Demir
19.04.06, 16:56
Geständnis im Prozess gegen NPD-Politiker

Im Prozess gegen mehrere NPD-Funktionäre hat ein 23-jähriger Angeklagter vor dem Amtsgericht Itzehoe ein Geständnis abgelegt. Er habe 2004 zusammen mit anderen Parteitagsteilnehmern eine Demonstrantin angegriffen und verletzt, die gegen den NPD-Landesparteitag in Schleswig-Holstein demonstrierte. Die NPD-Anhänger wurden von einem Panorama-Fernsehteam dabei gefilmt, wie sie auf Demonstranten losgingen. Seine Mittäter konnte der 23-Jährige nicht identifizieren: "Die sehen doch alle gleich aus mit ihren Glatzen." Der ebenfalls angeklagte Vize-Parteichef von Schleswig-Holstein, Ingo Stawitz, berief sich dagegen auf Notwehr. Er habe lediglich von den Demonstranten geschleuderte Wurfgeschosse zurückgeworfen und versucht, einen Vermummten festzuhalten, bis die Polizei kam.
Von Stefan Schölermann, NDR Info
http://www.tagesschau.de/styles/container/image/style_images_default/0,1307,OID5444014,00.jpg (http://www.tagesschau.de/bildstrecken/0,1203,OID5443778_IMG5443994_H ID5443994_POS0_MTB1_NAV_BAB,00 .html) http://www.tagesschau.de/image/icon_lupe_d5e0f7.gif (http://www.tagesschau.de/bildstrecken/0,1203,OID5443778_IMG5443994_H ID5443994_POS0_MTB1_NAV_BAB,00 .html)
Marschmusik der Kapelle Landsturm erklingt zum Landtagswahlkampf-Auftakt der Schleswig-Holstein-NPD am 4. Dezember 2004. Schauplatz ist der schlichte Landgasthof zur Steinburg, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Hamburg. Draußen an den Fahnenmasten flattert die Reichskriegsflagge, drinnen im leicht schmuddeligen Saal des Gasthofes, zeugen vereinzelte grüne Tannenzweige zwischen vielen Biergläsern vom hilflosen Bemühen, Adventsstimmung unter den rund 100 Parteitagsdelegierten aufkommen zu lassen. Gar nicht vorweihnachtlich dagegen ist die Rede von Landeschef Uwe Schäfer: "Wir werden sie jagen und werden eine Politik hineintragen, die sich sehen lassen kann."
Was Schäfer zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, ist, dass Gegendemonstranten Wind von dem Parteitag der Rechtsextremisten bekommen haben, der unter konspirativen Umständen abgehaltenen wird. Die NPD-Mitglieder, die von ihren Parteioberen erst am Tag des Parteitags per SMS und Handy über den genauen Veranstaltungsort informiert werden, müssen sich jetzt Protestrufe von der gegenüberliegenden Straßenseite anhören. Etwa 50 junge Leute machen deutlich, was sie von der NPD halten.
[B]Wahllos auf Gegendemonstranten eingeprügelt

Vereinzelt werden von den Gegendemonstranten Flaschen und Steine in Richtung Gaststätte geworfen. Die NPD-Mitglieder aber scheinen vorbereitet zu sein. Vor der Tür postierte Ordner mit schwarzen Lederhandschuhen, Kampfhosen und Armbinde rennen ins Lokal und rufen nach Verstärkung. Fast der komplette Saal folgt ihnen auf die Straße, unter ihnen auch Stefan Köster, Landesvorsitzender der NPD in Mecklenburg-Vorpommern.
Wahllos wird auf die Gegendemonstranten eingeprügelt, als diese schon die Flucht vor der massiven Gewalt ergriffen haben. Eine Frau kann nicht mehr flüchten: Nicole S. aus Kiel. Sie liegt am Boden, über ihr mehrere Männner, die auf sie einschlagen. Unter ihnen, so hat sie es gesehen, auch der heute stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Schleswig-Holsteins, Ingo Stawitz.
Nicole S. erinnert sich: "Als ich da auf dem Boden lag, und die auf mich eingetreten haben, da hab ich eigentlich gedacht, so, das war wahrscheinlich mein letztes Stündlein. Ich dachte: Die schlagen mich jetzt tot, weil sie wirklich von allen Seiten geschlagen und getreten haben."
Draufhauen "wie im Rausch"

Augen- und Ohrenzeuge der Vorgänge in und vor der Gaststätte wird der Redakteur des NDR-Fernsehmagazins "Panorama", Volker Steinhoff. Sein Eindruck: "Die Stimmung war begeistert, euphorisch. Die Tatsache, dass die Leute alle Gegenstände und Stühle mitnahmen, hieß, sie wussten klar, wofür. Sie hatten so eine Art Tunnelblick, sie haben uns gar nicht mehr wahrgenommen. Ganz am Ende drehte sich einer um und sagte: 'Die filmen, ja. Kamera aus! Kamera aus!' Dabei war längst alles passiert. Bis zu dem Moment waren sie wie im Rausch."
Steinhoff fertigte aus dem gedrehten Material einen damals Aufsehen erregenden Fernsehbeitrag (http://www.ndrtv.de/cgi/pan_video/video/vs/20050106_214300_tv_panorama___ _2145_npd.rm). Vor der Kamera wies Ingo Stawitz alle Vorwürfe zurück: "Ich habe sie nicht geschlagen. Ich habe versucht sie festzunehmen, und sie hat sich dagegen gewehrt." Der Staatswanwalt in Itzehoe aber glaubt weder ihm noch Stefan Köster aus Mecklenburg-Vorpommern noch einem der anderen Angeklagten.

Demir
19.04.06, 16:57
Gewalt gegen Demonstranten Ermittlungen gegen NPD-Funktionäre

http://www.tagesschau.de/styles/container/image/style_images_default/0,1307,OID1634164,00.jpg (http://www.tagesschau.de/bildstrecken/0,1203,OID3949652_IMG508146_HI D508146_POS0_MTB1_NAV_BAB,00.h tml) http://www.tagesschau.de/image/icon_lupe_d5e0f7.gif (http://www.tagesschau.de/bildstrecken/0,1203,OID3949652_IMG508146_HI D508146_POS0_MTB1_NAV_BAB,00.h tml) [Bildunterschrift: ]
Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat nach den Attacken gegen Demonstranten Ermittlungen gegen hochrangige Vertreter der rechtsextremistischen NPD eingeleitet. Den Bundesvorstandsmitgliedern Manfred Börm und Stefan Köster und dem NPD-Landtagskandidat in Schleswig-Holstein, Ingo Stawitz, wird schwere Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Behörde mit. Die drei hatten im Dezember in Schleswig-Holstein Demonstranten mit Steinen beworfen und verprügelt. Dabei waren sie von einem Team des ARD-Magazins "Panorama" gefilmt worden.
Der Gewalttat vorausgegangen war eine Gegendemonstration anlässlich des NPD- Wahlkampfauftaktes am 4. Dezember in Steinburg bei Itzehoe. Nachdem Demonstranten das NPD-Versammlungslokal mit Steinen beworfen hatten, hatte außer Stawitz, der 1992 für die rechtsextreme DVU in den Landtag gewählt worden war, auch Börm die Würfe erwidert. Nachdem die Demonstranten nach den Steinwürfen geflohen seien, verfolgten und verprügelten die NPD-Funktionäre sie. Filmisch dokumentiert wurde auch, wie Köster auf eine am Boden liegende Frau eingetreten habe.
Der Einsatzleiter der Polizei zeigte sich in dem Fernsehbericht "schockiert" von der Gewalt der Rechten, die "deutlich stärker" gewesen sei als die der Linken, von denen es "keine Gegenwehr" gegeben habe. Insgesamt werde gegen sechs NPD-Funktionäre - darunter Stawitz, Börm, Köster - sowie mehrere Unbekannte ermittelt, sagte Oberstaatsanwalt Zepter.

DeLaHoya
19.04.06, 22:18
Schlimm!

Demir
19.04.06, 22:20
Ich hoffe die Medien können wieder auf Ihrem rechten Augen sehen!

reinhard
11.05.06, 10:44
Die beiden NPD-Funktionäre (Landesvorsitzender Mecklenburg, Vize-Landesvorsitzender Schleswig-Holstein) wurden gestern verurteilt. Das Urteil lautet:
- 6 Monate Gefängnis auf Bewährung
- 60 Stunden gemeinnützige Arbeit
- Zahlung von 500 Euro an die verletzte Demonstrantin.

Der dritte Angeklagte erhielt eine ähnliche Strafe. Die Staatsanwaltschaft hatte 8 Monate Gefängnis beantragt, allerdings auch als Bewährungsstrafe

verda
11.05.06, 10:53
Die beiden NPD-Funktionäre (Landesvorsitzender Mecklenburg, Vize-Landesvorsitzender Schleswig-Holstein) wurden gestern verurteilt. Das Urteil lautet:
- 6 Monate Gefängnis auf Bewährung
- 60 Stunden gemeinnützige Arbeit
- Zahlung von 500 Euro an die verletzte Demonstrantin.

Der dritte Angeklagte erhielt eine ähnliche Strafe. Die Staatsanwaltschaft hatte 8 Monate Gefängnis beantragt, allerdings auch als Bewährungsstrafe

aus dem artikel Russische Faschisten
http://www.politikcity.de/forum/showthread.php?t=10606

Und wenn russische Richter wie jüngst in Petersburg rassistische Totschläger mit erstaunlich milden Strafen belegen, so läßt das darauf schließen, daß die politische Führung Aggressionen gegen Ausländer in gewissem Rahmen als Unmutsventil zu dulden bereit ist.

das gleiche gilt auch für deutschland...?!

Yakamoz
11.05.06, 10:55
Weiss nicht ob das was mit der Gesinnung des Richters zu tun hat. In Deutschland wirst du allg. für Kreditbetrug härter bestraft als wenn du jemanden brutalst zusammenschlägst.

reinhard
11.05.06, 10:58
Ja, Eigentumsdelikte werden schwerer bestraft. Hätten die Nazis der Demonstrantin nach dem Zusammenschlagen 10 Euro aus der Tasche gezogen, wäre "Bewährung" nicht mehr möglich gewesen.

verda
11.05.06, 11:03
Ja, Eigentumsdelikte werden schwerer bestraft. Hätten die Nazis der Demonstrantin nach dem Zusammenschlagen 10 Euro aus der Tasche gezogen, wäre "Bewährung" nicht mehr möglich gewesen.

aber gerade bei solchen taten sollten die strafen härter ausfallen,
allein als abschreckung.

am ende stehen die täter grinsend da und sehen es als "kavaliersdelikt" oder so...