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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wohin geht es mit / in der Türkei ?



politik29
24.04.06, 15:14
Hallo, liebe türkische Mitbürgerinnen und Mitbürger und natürlich auch alle anderen!

Ich habe eine Frage zur Türkei im Falle des EU-Beitritts bzw. für die Zeit danach:

Leider kenne ich mich mit dem politischen System in der Türkei nicht so gut aus, bitte verzeiht mir meine Unkenntnis, und bitte korrigiert mich, wenn ich von falschen Annahmen ausgehe.

Also, die Türkei ist seit M. K. Atatürk offiziell ein demokratisches Land, richtig? Dennoch spielt das Militär eine wichtige Rolle, u.a. in der Aufrechterhaltung der (kemalistischen) laizistischen (demokratischen) Türkei, richtig?

Bis zu einem EU-Beitritt und erst recht danach müsste gemäss Forderung der EU die Rolle des Militärs IN DIESER HINSICHT vermutlich stark abgeschwächt, wenn nicht gar komplett abgeschaltet werden, richtig?

Nun meine Frage:

In welche Richtung würde sich Eurer Meinung nach die Türkei (gesinnungs-)politisch entwickeln, wenn die Rolle des Militärs IN DIESER HINSICHT abnehmen oder geschwächt werden würde? Würde die Demokratie auf lange Sicht abgeschafft / abgewählt werden bzw. verlieren?

Ich würde mich freuen, wenn eine angeregte Diskussion in Gang kommen würde! VIELEN DANK!

Orkut
24.04.06, 15:22
In welche Richtung würde sich Eurer Meinung nach die Türkei (gesinnungs-)politisch entwickeln, wenn die Rolle des Militärs IN DIESER HINSICHT abnehmen oder geschwächt werden würde? Würde die Demokratie auf lange Sicht abgeschafft / abgewählt werden bzw. verlieren?

Hallo

Ich bin zwar kein Türkei-Türke, aber kann dir durch meine Beobachtung und Gesprächen mit anderen Türken so in etwa sagen was passieren würde.

Dieser Erdogan würde die Türkei langsam...langsam...langsam... versuchen zu islamisieren...
Die AKP will anscheinend sogar die Flagge der Türkei ändern(wünschen sie sich)...
Der Erdogan wollte sogar Bikini-Werbungen zensieren usw....

Du kannst dir sicher denken was passieren würde oder ?

Musel
24.04.06, 16:13
Hallo

Ich bin zwar kein Türkei-Türke, aber kann dir durch meine Beobachtung und Gesprächen mit anderen Türken so in etwa sagen was passieren würde.

Dieser Erdogan würde die Türkei langsam...langsam...langsam... versuchen zu islamisieren...
Die AKP will anscheinend sogar die Flagge der Türkei ändern(wünschen sie sich)...
Der Erdogan wollte sogar Bikini-Werbungen zensieren usw....

Du kannst dir sicher denken was passieren würde oder ?

Trotzdem widerspricht es den gründsätzlichsten Grundwerten einer Demokratie, wenn es neben den frei gewählten Volksvertretern eine weitere Macht im Staat gäbe (das Militär), das je nach eigenem Gusto die Staatsmacht kontrolliert oder gar selbst ausübt.
Wenn eine Islamisierung im Staat nicht gewünscht ist (was eigentlich deshalb schon nicht passieren kann, wenn dies die Mehrheit des Volkes nicht will und auch dementsprechend wählt), dann muss dies in der Verfassung so unabänderbar festgelegt werden. Alles weitere muss dann durch die unabhängige Justiz kontrolliert werden. Das Militär ist jedenfalls die falsche Organisation, um den Staat und die Regierung zu überwachen.

Orkut
24.04.06, 16:15
Trotzdem widerspricht es den gründsätzlichsten Grundwerten einer Demokratie, wenn es neben den frei gewählten Volksvertretern eine weitere Macht im Staat gäbe (das Militär), das je nach eigenem Gusto die Staatsmacht kontrolliert oder gar selbst ausübt.
Wenn eine Islamisierung im Staat nicht gewünscht ist (was eigentlich deshalb schon nicht passieren kann, wenn dies die Mehrheit des Volkes nicht will und auch dementsprechend wählt), dann muss dies in der Verfassung so unabänderbar festgelegt werden. Alles weitere muss dann durch die unabhängige Justiz kontrolliert werden. Das Militär ist jedenfalls die falsche Organisation, um den Staat und die Regierung zu überwachen.

Iran...das Volk ist auch nicht unbedingt für die Mullas, aber trotzdem leben sie in einem Gottes-Staat oder ?

Yakamoz
24.04.06, 16:20
Das türkische Volk hat eine andere Beziehung zu Ihrem Militär als zB das Deutsche.

Während bei einigen Deutschen der Gedanke, Bundeswehrsoldaten würden Stadien bewachen Angstschweiss ins Gesicht treibt hätte man in der Türkei weniger Probleme damit.

Ich habe eine Umfrage gelesen, da gaben die Mehrzahl der Türken an, dass das Militär die Instanz ist, denen Sie am meisten trauen. Noch lange vor Parlament, Regierung und Justiz.

Ist das nach Europäischen Massstäben demokratisch? Vermutlich nicht so wie es die Deutschen kennen.

Ist mir so eine Demokratie lieber als Anarchie und Islamismus? Ja!

Heisst das, dass mit so einem Konstrukt die Türkei nicht in die EU kommt? So be it!

Heisst das, dass sich ein solches Land nicht entwickeln kann und zum Untergang geweiht ist? Nein!

Wolfsblut
24.04.06, 16:47
Hallo

Ich bin zwar kein Türkei-Türke, aber kann dir durch meine Beobachtung und Gesprächen mit anderen Türken so in etwa sagen was passieren würde.

Dieser Erdogan würde die Türkei langsam...langsam...langsam... versuchen zu islamisieren...
Die AKP will anscheinend sogar die Flagge der Türkei ändern(wünschen sie sich)...
Der Erdogan wollte sogar Bikini-Werbungen zensieren usw....

Du kannst dir sicher denken was passieren würde oder ?


Warst du schon mal in der Türkei ??

In der Türkei will niemand wie die Iraner leben, bis auf ein paar wenige "Spinner".

Erdogan macht seine Hausaufgaben ordentlich, ein Araberkriecher ist er auch nicht.

Die Reformen haben auch viel gebracht,also meiner Meinung nach :
Wird die Türkei in den kommenden 10 -20 Jahren vorallem EU Ostblockländer z.B Polen, Malta und Slowakei um längen vorraus sein.

EU Kanditaten wie Rumänien, Bulgarien oder Ukraine hinken zurzeit gar Türkei hinterher.

Wasservorkommen haben die Türken auch genug.Wenn man bedenkt das Wasser irgendwann mal knapp wird und teurer als Öl kostet,
ist die Türkei sowieso unverzichtbar, ob die Türken dann noch in die EU wollen.:rolleyes:

Musel
24.04.06, 16:48
Das türkische Volk hat eine andere Beziehung zu Ihrem Militär als zB das Deutsche.

Ich weiß. Und das ist ja zunächst mal nichts Schlimmes...



Ich habe eine Umfrage gelesen, da gaben die Mehrzahl der Türken an, dass das Militär die Instanz ist, denen Sie am meisten trauen. Noch lange vor Parlament, Regierung und Justiz.

Das halte ich für bedenklich, denn es zeigt, dass die Demokratie in der Türkei offenbar nicht funktioniert.

Das Parlament ist vom Volk gewählt. Hier kann jeder Bürger entscheiden, wer den Staat lenkt und was politisch passieren soll. Wenn der Bürger jedoch kein Vertrauen in die Regierung hat, dann läuft da grundsätzlich was falsch.
Natürlich wisrt du jetzt sagen, die Deutschen vertrauen ihren Politikern auch nicht. Doch das ist nicht dasselbe. Unzufriedenheit über Politik und die Politiker ist in jeden Land vorhanden, doch drückt dies vielmehr die Unzufriedenheit über persönliche Anliegen aus. Aber jeden kann man es eben nicht Recht machen. Es würde aber keiner auf die Idee kommen, wir müssten die Politiker ab sofort mit militärischen Institutionen überwachen.



Ist mir so eine Demokratie lieber als Anarchie und Islamismus? Ja!


Na ja, so langsam könnte die Türkei doch andere Ziele anstreben, als nur die Wahl zwischen Not und Elend treffen zu wollen.


Heisst das, dass mit so einem Konstrukt die Türkei nicht in die EU kommt? So be it!

Keine Ahnung. Mit dem exakten türkischen Staatsorganisationsrecht kenne ich mich zu wenig aus und ich weiß auch nicht, was die EU diesbezüglich konkrte fordert bzw. fordern wird. Das Thema wird uns aber sicher noch beschäftigen.


Heisst das, dass sich ein solches Land nicht entwickeln kann und zum Untergang geweiht ist? Nein!

Ist China zum Untergang geweiht? Derzeitig meint man das kaum. Nordkorea? Schon eher.

Die Frage darf nicht lauten, ob ein Staat dem Untergang geweiht ist. Ein straff organisiertes Gefängnis kann auch gut überleben. Besser sogar, als ein liberal geführtes mit vielen Freiheiten. Aber es kommt ja wohl maßgeblich auf die Werte, die Zufriedenheit und die Freiheit der Bürger an. Und die ist in einer freien und gesunden Demokratie m.E. langfristig weitaus sicherer.....

Beyefendi
24.04.06, 17:14
@politik29

das militär spielt in der türkei eine grosse rolle, weil:

1. DIE TÜRKEI EIN TERROR PROBLEM MIT DER PKK HAT !!!

2. DAS MILITÄR FÜR DIE AUFRECHTHALTUNG DES KEMALISMUS VERANTWORTLICH IST !!!!!

3. DAS MILITÄR EINGREIFEN MUSS, WENN EINE REGIERUNG NICHT DEM WEG VON ATATÜRK FOLGT !!!!

EGAL WAS DIE EU SAGT, DAS MILITÄR WIRD IMMER EINE GROSSE ROLLE IN DER TÜRKEI SPIELEN !!! NICHT DIE REGIERUNGEN SONDERN DAS MILITÄR IST FÜR DIE TÜRKEI VERANTOWRTLICH !!! DIE REGIERUNG FÜHRT DAS LAND NUR "DEMOKRATISCH" !!! DARAN WIRD SICH AUCH NICHTS ÄNDERN !!! SO EINFACH....

gruss
MuZo

Orkut
24.04.06, 17:16
muzo, wir wären alle froh, wenn du es erwachsen angehst und nicht so kindisch und dein Capslock bitte abschaltest.
Danke

Beyefendi
24.04.06, 17:20
schlag mal im Türkiye Cumhuriyeti Anayasa nach !!! dann werden wir sehen wer kindisch ist mein freund !!!

ich weiss ja nicht in wie weit du ein türke bist, aber dein anzeigebild lässt mich daran zweifeln ! wir türken haben nur EINE Fahne !

gruss
MuZo

Yakamoz
24.04.06, 17:20
Ich weiß. Und das ist ja zunächst mal nichts Schlimmes...




Das halte ich für bedenklich, denn es zeigt, dass die Demokratie in der Türkei offenbar nicht funktioniert.

Das Parlament ist vom Volk gewählt. Hier kann jeder Bürger entscheiden, wer den Staat lenkt und was politisch passieren soll. Wenn der Bürger jedoch kein Vertrauen in die Regierung hat, dann läuft da grundsätzlich was falsch.
Natürlich wisrt du jetzt sagen, die Deutschen vertrauen ihren Politikern auch nicht. Doch das ist nicht dasselbe. Unzufriedenheit über Politik und die Politiker ist in jeden Land vorhanden, doch drückt dies vielmehr die Unzufriedenheit über persönliche Anliegen aus. Aber jeden kann man es eben nicht Recht machen. Es würde aber keiner auf die Idee kommen, wir müssten die Politiker ab sofort mit militärischen Institutionen überwachen.




Na ja, so langsam könnte die Türkei doch andere Ziele anstreben, als nur die Wahl zwischen Not und Elend treffen zu wollen.



Keine Ahnung. Mit dem exakten türkischen Staatsorganisationsrecht kenne ich mich zu wenig aus und ich weiß auch nicht, was die EU diesbezüglich konkrte fordert bzw. fordern wird. Das Thema wird uns aber sicher noch beschäftigen.



Ist China zum Untergang geweiht? Derzeitig meint man das kaum. Nordkorea? Schon eher.

Die Frage darf nicht lauten, ob ein Staat dem Untergang geweiht ist. Ein straff organisiertes Gefängnis kann auch gut überleben. Besser sogar, als ein liberal geführtes mit vielen Freiheiten. Aber es kommt ja wohl maßgeblich auf die Werte, die Zufriedenheit und die Freiheit der Bürger an. Und die ist in einer freien und gesunden Demokratie m.E. langfristig weitaus sicherer.....

Was mir immer etwas schwierig fällt zu vermitteln ist die Rolle des Militärs in der Türkei weil hier in D. oder Europa ein anderer Erfahrungshintergrund vorherrscht.

Das Militär nimmt in der Türkei einen entscheidenden Einfluss auf die Politik. Wenn ich mir aber ansehe, wo sie das bisher gemacht haben, bzw. wann das Militär in der Türkei geputscht hat, muss ich persönlich sagen, dass es jedesmal richtig war.

Der letzte kalte Putsch war gegen die Wohlfahrtspartei von Erbakan, der den türkischen Staat in einen islamischen Staat umformen wollte. Der Militärputsch von 1980 war zu einer Zeit als in der Türkei jeden Tag bis zu 20 Menschen in politischen Grabenkämpfen (links vs. rechts) umkamen.

Jedesmal hat das Militär die Kontrolle wieder an Zivilisten zurück gegeben.

Ich bin zwiegespalten. Mir ist, wenn ich meine Deutsche Brille aufsetze natürlich ein Militär das sich weniger in politische Belange einmischt lieber. Auf der anderen Seite glaube ich, dass die Demokratie in der Türkei nachwievor bedroht ist und einen gewissen Anker benötigt.

Die Hoffnung vieler Beitrittsbefürworter war, dass die EU einen stabilisierenden Einfluss auf die türkische Demokratie ausübt und das dann die Notwendigkeit eines Militärs als solches abnimmt.

Die Erfahrung die ich aber mache ist, dass dich der EU Prozess eher Regimeschwächend wirkt. Ständige Forderungen sorgen eher dafür dass sich enttäuschung breit macht und radikale Elemente gestärkt werden, welches wiederum eine stärkeres Korrektiv verlangt.

Beyefendi
24.04.06, 17:26
wenn die demokratie in der türkei nicht "funktionieren" würde, dann täte mir mein land echt leid und es würde dort ganz anders aussehen.... die türkei ist ein demokratisches land, was man klar und deutlich sehen kann, wenn man selber dort ist ! wer daran zweifelt das die demokratie in der türkei nicht funktioniert, frage ich mich was dieser mensch sich unter demokratie vorstellt....

gruss
MuZo

Yakamoz
24.04.06, 17:29
wenn die demokratie in der türkei nicht "funktionieren" würde, dann täte mir mein land echt leid und es würde dort ganz anders aussehen.... die türkei ist ein demokratisches land, was man klar und deutlich sehen kann, wenn man selber dort ist ! wer daran zweifelt das die demokratie in der türkei nicht funktioniert, frage ich mich was dieser mensch sich unter demokratie vorstellt....

gruss
MuZo

Ein Amerikaner hat eine andere Vorstellung von Demokratie wie ein Schweizer oder ein SChwede.....

Wo ist das Problem?

Musel
24.04.06, 17:30
wenn die demokratie in der türkei nicht "funktionieren" würde, dann täte mir mein land echt leid und es würde dort ganz anders aussehen.... die türkei ist ein demokratisches land, was man klar und deutlich sehen kann, wenn man selber dort ist ! wer daran zweifelt das die demokratie in der türkei nicht funktioniert, frage ich mich was dieser mensch sich unter demokratie vorstellt....

gruss
MuZo

Also ich frage mich viel mehr, was für dich denn eine Demokratie ausmacht?

Was würde ich denn sehen, wenn ich nun in die Türkei fahre? Gibt es da so eine Art Pauschalreise mit Rundfahrt zur Besichtigung der Demokratie? Oder wie darf ich mir das vorstellen? :confused:

Greyson
24.04.06, 17:33
Also ich frage mich viel mehr, was für dich denn eine Demokratie ausmacht?

Was würde ich denn sehen, wenn ich nun in die Türkei fahre? Gibt es da so eine Art Pauschalreise mit Rundfahrt zur Besichtigung der Demokratie? Oder wie darf ich mir das vorstellen? :confused:

nein,solche fahrten gibt es nicht.
aber du würdest sehen,was dort für menschen sind.
menschen,die demokraten sind,es leben und sehr dran hängen.

deryatulga
24.04.06, 17:34
Also ich frage mich viel mehr, was für dich denn eine Demokratie ausmacht?

Was würde ich denn sehen, wenn ich nun in die Türkei fahre? Gibt es da so eine Art Pauschalreise mit Rundfahrt zur Besichtigung der Demokratie? Oder wie darf ich mir das vorstellen? :confused:

Musel, was die Türkei im Augenblick erlebt, nennt man in der Politpogie eine Systemkrise. Ich würde mich an deiner Stelle deshalb mit Endurteilen zurückhalten. Ich denke ab Ende 2006 werden wir mehr zuverlässige Daten in der Hand haben.

Musel
24.04.06, 17:37
Was mir immer etwas schwierig fällt zu vermitteln ist die Rolle des Militärs in der Türkei weil hier in D. oder Europa ein anderer Erfahrungshintergrund vorherrscht.

Das Militär nimmt in der Türkei einen entscheidenden Einfluss auf die Politik. Wenn ich mir aber ansehe, wo sie das bisher gemacht haben, bzw. wann das Militär in der Türkei geputscht hat, muss ich persönlich sagen, dass es jedesmal richtig war.

Der letzte kalte Putsch war gegen die Wohlfahrtspartei von Erbakan, der den türkischen Staat in einen islamischen Staat umformen wollte. Der Militärputsch von 1980 war zu einer Zeit als in der Türkei jeden Tag bis zu 20 Menschen in politischen Grabenkämpfen (links vs. rechts) umkamen.

Jedesmal hat das Militär die Kontrolle wieder an Zivilisten zurück gegeben.

Ich bin zwiegespalten. Mir ist, wenn ich meine Deutsche Brille aufsetze natürlich ein Militär das sich weniger in politische Belange einmischt lieber. Auf der anderen Seite glaube ich, dass die Demokratie in der Türkei nachwievor bedroht ist und einen gewissen Anker benötigt.

Die Hoffnung vieler Beitrittsbefürworter war, dass die EU einen stabilisierenden Einfluss auf die türkische Demokratie ausübt und das dann die Notwendigkeit eines Militärs als solches abnimmt.

Die Erfahrung die ich aber mache ist, dass dich der EU Prozess eher Regimeschwächend wirkt. Ständige Forderungen sorgen eher dafür dass sich enttäuschung breit macht und radikale Elemente gestärkt werden, welches wiederum eine stärkeres Korrektiv verlangt.

Danke für deine Erklärungen meric. Ich sehe ja auch absolut ein, dass man die Türkei nicht mit Deutschland in dieser Hinsicht vergleichen kann. Und es ist sicherlich auch richtig, dass man da nichts von jetzt auf gleich verändern kann bzw. sollte.

Aber du gibst doch zu, dass die derzeitige Situation nicht dauerhaft erstrebenswert sein kann.

Ich frage mich auch, wer denn dafür garantiert, dass nicht das Militär eines Tages von ungünstigen Einflüssen eingenommen wird und einen Staatsstreich durchführt. Wer könnte das dann noch verhindern? Wer kontrolliert das?

Im Prinzip hat man doch das Problem nur verlagert und hofft, dass das Militär vernünftig bleibt. Das selbe tut man bei uns bei der gewählten Regierung. Verankert ist das in der Verfassung. Und bei uns muss doch nun auch keiner Angst haben, dass wir morgen ein christlich-fundamentalistischer Staat werden (obwohl manche hier das Gegenteil behaupten würden.... ;) ).

Ich denke jedenfalls, dass sich die EU mit den türkischen Verhältnissen nicht zufrieden geben kann und darf. Eine solche (im Prinzip) unkontrollierbare Macht des Militärs in einem EU-Mitgliedstaat widerspräche den europäischen Grundwerten und den Verfassungsgedanken. Hier wird sich also auf jeden Fall etwas ändern müssen, befürchte ich. :europe:

Yakamoz
24.04.06, 17:37
nein,solche fahrten gibt es nicht.
aber du würdest sehen,was dort für menschen sind.
menschen,die demokraten sind,es leben und sehr dran hängen.

Hmm! Mein Opa war bestimmt kein Demokrat, mein Vater hielt auch wenig davon dass Solcus an der Macht waren, während meine Onkel Mütterlicherseits als linke Kabadayi in Ankara Yeni Dogan sich einige SChlägereien mit rechten Ülkücüs gegeben haben.


Bitte nicht verallgemeinern. Wir haben in der Türkei auch Demokratiefeinde (Ordu göreve/ Yasasin Seriat/ En büyük PKK)

Bitte etwas realistischer.

Musel
24.04.06, 17:40
Musel, was die Türkei im Augenblick erlebt, nennt man in der Politpogie eine Systemkrise. Ich würde mich an deiner Stelle deshalb mit Endurteilen zurückhalten. Ich denke ab Ende 2006 werden wir mehr zuverlässige Daten in der Hand haben.

Endurteile liegen mir fern und solche habe ich auch nicht getätigt.

Aber das alles ist eine spannende Problematik, die mich interessiert. Von daher diskutiere ich gerne darüber, mit der gebotenen Distanz.....

deryatulga
24.04.06, 17:43
Endurteile liegen mir fern und solche habe ich auch nicht getätigt.

Aber das alles ist eine spannende Problematik, die mich interessiert. Von daher diskutiere ich gerne darüber, mit der gebotenen Distanz.....

Deinen Avatar finde ich diesbezüglich sehr repräsentativ :lach:

Yakamoz
24.04.06, 17:44
Danke für deine Erklärungen meric. Ich sehe ja auch absolut ein, dass man die Türkei nicht mit Deutschland in dieser Hinsicht vergleichen kann. Und es ist sicherlich auch richtig, dass man da nichts von jetzt auf gleich verändern kann bzw. sollte.

Aber du gibst doch zu, dass die derzeitige Situation nicht dauerhaft erstrebenswert sein kann.

Ich frage mich auch, wer denn dafür garantiert, dass nicht das Militär eines Tages von ungünstigen Einflüssen eingenommen wird und einen Staatsstreich durchführt. Wer könnte das dann noch verhindern? Wer kontrolliert das?

Im Prinzip hat man doch das Problem nur verlagert und hofft, dass das Militär vernünftig bleibt. Das selbe tut man bei uns bei der gewählten Regierung. Verankert ist das in der Verfassung. Und bei uns muss doch nun auch keiner Angst haben, dass wir morgen ein christlich-fundamentalistischer Staat werden (obwohl manche hier das Gegenteil behaupten würden.... ;) ).

Ich denke jedenfalls, dass sich die EU mit den türkischen Verhältnissen nicht zufrieden geben kann und darf. Eine solche (im Prinzip) unkontrollierbare Macht des Militärs in einem EU-Mitgliedstaat widerspräche den europäischen Grundwerten und den Verfassungsgedanken. Hier wird sich also auf jeden Fall etwas ändern müssen, befürchte ich. :europe:

Was sich die Menschen in der Türkei wünschen ist, dass das Militär aufpasst. Eine Militärregierung wünschen sich nur die wenigsten. Diese Rolle wurde dem Militär zuteil aufgrund mangelnder anderer Institutionen.

Es ist nicht ideal, dass ist mir klar.

Dass es nicht in das Schema der EU passt ist mir auch klar. Aber dann sollte die EU möglicherweise Wege finden die Demokratie zu stärken. Meinst du es stärkt die Demokratie, wenn nach Anzeige ein Prozess geführt wird, zB gegen Pamuk und es strömen eine ganze Horde EU Abgeordnete in den Gerichtssaal (darunter eine PKK Sympathisantin Feleknas Uca) und erklären der Türkei was sie tun sollen damit sie den Europäern gefallen? So ein Verhalten bewirkt genau das Gegenteil.

Mit Türken, wie mit den meisten Orientalen muss eine Handlungsweise gefunden werden die es erlaubt, dass man Gegenseitig das Gesicht wahren kann. Das müssen die EU`ler noch lernen.

Ansonsten ist es eher der Elefant im Porzellanladen.

Musel
24.04.06, 17:46
wen interessiert es ob es demokratie feinde gibt, die gibt es in jedem land ! die türkei ist ein demokratisches land, was es auch auslebt... daher verstehe ich nicht was diese diskussionen hier noch aussagen sollen????

an erster stelle sind die PKK und die MHP die grössten demokratie feinde...

Gruss
MuZo

ich verstehe schon, was du aussagen möchtest. Aber du ordenst den Demokratiebegriff auf jeden Fall falsch ein.

Die Türkei ist ein funktionierender Staat in dem die Menschen zumeist friedlich zusammen leben und eine Regierung haben. Soweit so gut. Aber allein dies macht noch keine Demokratie aus. China ist auch keine Demokratie.

Eine Demokratie im staatsrechtlichen Kontext muss gewisse Grundsätze einhalten. Und dazu gehört, die Gewaltenteilung. Du weißt schon: Legislative, Exekutive und Judikative. Eine Militärapparat der nun extern über diese Gewaltenteilung und deren Ablauf wacht widerspricht zutiefst den demokratischen Grundwerten. Das müssen wir einfach mal völlig wertfrei festhalten und zur Grundlage unserer Diskussion machen.

Beyefendi
24.04.06, 17:47
natürlich gibts es in der türkei keine militärregierung !!! wird es auch nicht geben !!! ABER das militär ist für die aufrechthaltung des kemalismus verantwortlich !!! und das militär ist der stolz der türken !!!! das kann jeder wissen der schon mal in der türkei war.... ich will gar nicht wissen was ohne militär aus der tükei passiert wäre....

das militär darf sich nur in die regierung einmischen, wenn diese regierung sich nicht an die prinzipien des kemalismus hält !!!

Gruss
MuZo

Yakamoz
24.04.06, 17:47
@orkut und @turk

Entweder ihr diskutiert hier auf angemessenem Niveau und mit dem gebotenen Respekt dem anderen Gegenüber oder es gibt Verwarnungen.

Musel
24.04.06, 18:46
das militär darf sich nur in die regierung einmischen, wenn diese regierung sich nicht an die prinzipien des kemalismus hält !!!



Aber wer entscheidet, ob sich die Regierung an diese Prinzipien hält? Nach welchen Maßstäben wird das entschieden. Woher nimmt derjenige, der hierüber entscheidet, seine Kompetenz zu dieser Beurteilung?

Und zuletzt, wieso entscheidet anstatt dem Militär nicht ein unabhängiges Verfassungsgericht (allein), über die Einhaltung der Staatsprinzipien?

Beyefendi
24.04.06, 19:01
ganz einfach: bei allem was die regierung macht, sieht man es im alltäglichem leben, im fernsehn, zeitung oder sonst wo.... wenn ein ministerpräsident bzw. eine regierung z.B. die türkei auf einen streng religiösen weg bringen möchte, mischt sich sofort das militär ein, weil das nicht atatürk prinzipien sind... wenn eine regierung die grundsätze und prinizipien des kemalismus nicht einhält oder dagegen verstößt, was man sofort auch merkt, greift sofort das militär ein... denn sie sind die hüter des kemalismus...

das das militär dafür zu sorgen hat, steht im türkiye cumhuriyeti anayasasi.... das hat atatürk selbst verordnet, dass das militär der "hüter" seiner prinzipien ist.... natürlich auch das volk, dass volk merk logischerweise sofort wenn eine regierung von atatürks weg rauskommt, wenn plötzlich alles streng religiös z.B. verläuft..

gruss
MuZo

Musel
24.04.06, 19:06
ganz einfach: bei allem was die regierung macht, sieht man es im alltäglichem leben, im fernsehn, zeitung oder sonst wo.... wenn ein ministerpräsident bzw. eine regirung z.B. die türkei auf einen streng religiösen weg bringen möchte, mischt sich sofort das militär ein, weil das nicht atatürk prinzipien sind... wenn eine regierung die grundsätze und prinizipien des kemalismus nicht einhält oder dagegen verstößt, was man sofort auch merkt, greift sofort das militär ein... denn sie sind die hüter des kemalismus...

das das militär dafür zu sorgen hat, steht im türkiye cumhuriyeti anayasasi.... das hat atatürk selbst verordnet, dass das militär der "hüter" seiner prinzipien ist.... natürlich auch das volk, dass volk merk natürlich sofort wenn eine regierung von atatürks weg rauskommt, wenn plötzlich alles streng religiös z.B. verläuft..

gruss
MuZo

Na ja, deine Ideale in allen Ehren. Aber so einfach klappt das sicher nicht. Man merkt sowas auch nicht so einfach. Das hört sich für mich alles ein wenig naiv an, aber sei es drum.....

Wer ist denn eigentlich das Militär? Wer entscheidet dort? Und wer kontrolliert diesen Entscheider dort? Was ist, wenn der oberste Militärchef (wenn es sowas gibt) oder das höchste Gremium korrupt werden würde? Wer überwacht dies und könnte eingreifen?

Beyefendi
24.04.06, 19:13
ich möchte darauf gar nicht erst eingehen.. ich rate dir nur anstatt dich hier in foren lächerlich zu machen mit deiner naivität solltest du dich mal in diesen themen echt bilden !!! am besten fährst du selber mal nach ankara und lässt dich dort von irgendwelchen behörden und einrichtugen beraten.. gibt genug dort... die können dir sagen was atatürks grundsätze und prinzipien waren, wer darauf achten muss, wer dafür verantwortlich ist etc.... ich bin selber im "akp genclik kolu" tätig, von daher kenne ich mich sehr gut in diesen themen aus mein freund ;)

mehr will ich dazu echt nicht sagen... wen ein volk nicht merkt, dass etwas im falschen weg verläuft, dann muss dieses volk echt sehr dumm sein.. der unterschied besteht aber darin, dass das TÜRKISCHE VOLK sofort merkt, wenn die regierung gegen die prinzipien des kemalismus verstößt !!!

gruss
muzo

KökBöri
24.04.06, 19:16
Na ja, deine Ideale in allen Ehren. Aber so einfach klappt das sicher nicht. Man merkt sowas auch nicht so einfach. Das hört sich für mich alles ein wenig naiv an, aber sei es drum.....

Wer ist denn eigentlich das Militär? Wer entscheidet dort? Und wer kontrolliert diesen Entscheider dort? Was ist, wenn der oberste Militärchef (wenn es sowas gibt) oder das höchste Gremium korrupt werden würde? Wer überwacht dies und könnte eingreifen?


Das klappt seit 1923 sehr GUT.das Militär ist das Volk, und das Volk ist das militär..

das militär ist der eckpfeiler der Republik Türkei..ohne die generäle und soldaten(volk) gäbe es heute keine türkei ..

Musel
24.04.06, 19:16
ich möchte darauf gar nicht erst eingehen.. ich rate dir nur anstatt dich hier in foren lächerlich zu machen mit deiner naivität solltest du dich mal in diesen themen echt bilden !!! am besten fährst du selber mal nach ankara und lässt dich dort von irgendwelchen behörden und einrichtugen beraten.. gibt genug dort... die können dir sagen was atatürks grundsätze und prinzipien waren, wer darauf achten muss, wer dafür verantwortlich ist etc.... ich bin selber im "akp genclik kolu" tätig, von daher kenne ich mich sehr gut in diesen themen aus mein freund ;)

mehr will ich dazu echt nicht sagen... wen ein volk nicht merkt, dass etwas im falschen weg verläuft, dann muss dieses volk echt sehr dumm sein.. der unterschied besteht aber darin, dass das TÜRKISCHE VOLK sofort merkt, wenn die regierung gegen die prinzipien des kemalismus verstößt !!!



Darf ich dich mal fragen, wie alt du bist? Ich bin mir nicht sicher, ob wir hier auf der selben Grundlage diskutieren und ich will mich auch nicht sinnlos streiten mit dir..... :hallo;

Beyefendi
24.04.06, 19:17
helal sana !!!!!! bin yasa emi :aferin: :aferin: einige wollen das hier aber nicht verstehen....

Musel
24.04.06, 19:18
Das klappt seit 1923 sehr GUT.das Militär ist das Volk, und das Volk ist das militär..

das militär ist der eckpfeiler der Republik Türkei..ohne die generäle und soldaten(volk) gäbe es heute keine türkei ..

Vielleicht bist du ja so nett und sagst mir, wie diese Kontrolle konkret abläuft. Ich möchte euch ja gerne alles glauben, aber beantwortet doch auch mal meine Fragen.....

Beyefendi
24.04.06, 19:21
mein freund dich zwingt hier keiner uns zu glauben !!! fahr einfach in die türkei, da kannst du alles was wir dir hier versuchen beizubringen vieeeel deutlich sehen !!!

Musel
24.04.06, 19:24
mein freund dich zwingt hier keiner uns zu glauben !!! fahr einfach in die türkei, da kannst du alles was wir dir hier versuchen beizubringen vieeeel deutlich sehen !!!

Also wir können wohl wirklich aufhören, an dieser Stelle weiter zu diskutieren. Es bringt nichts. Es wäre nett gewesen, du hättest deine Aussagen mit irgendwas belegt. Leider kam nichts. Und eine Reise nach Ankara bringt mir da sicherlich auch nichts, weil ich auch dort nicht verstehen werde, wie das Militär seine Kontrollfunktion konkret ausübt....

Vielleicht findet sich ja noch jemand im Forum, der da ein bißchen mehr Ahnung hat und das mal erläutert.

Beyefendi
24.04.06, 19:27
dann solltest du wenigstens mal türkisches fernsehn schauen beim türkischen nachbarn oder so .. würde dich auch schon etwas weiter bringen....

KökBöri
24.04.06, 19:32
Vielleicht bist du ja so nett und sagst mir, wie diese Kontrolle konkret abläuft. Ich möchte euch ja gerne alles glauben, aber beantwortet doch auch mal meine Fragen.....


ganz einfach..es gibt ein generalstab..da sind mehrere generäle..die immer ein auge drauf haben..was in der TR abläuft..da es mehrere generäle sind..ist das risiko einer koruption sehr gering.. also kontrollieren sie sich gegenseitig..aber eigentlich brauchen die keine kontrolle..weil sie alle eine gleiche einstellung haben..und das ist nach dem vorbild Atatürks zu leben und zu handeln..

Musel
24.04.06, 19:34
dann solltest du wenigstens mal türkisches fernsehn schauen beim türkischen nachbarn oder so .. würde dich auch schon etwas weiter bringen....
Danke für den Tipp! Das wird mich sicherlich weiterbringen..... :lach:

Musel
24.04.06, 19:36
ganz einfach..es gibt ein generalstab..da sind mehrere generäle..die immer ein auge drauf haben..was in der TR abläuft..da es mehrere generäle sind..ist das risiko einer koruption sehr gering.. also kontrollieren sie sich gegenseitig..aber eigentlich brauchen die keine kontrolle..weil sie alle eine gleiche einstellung haben..und das ist nach dem vorbild Atatürks zu leben und zu handeln..

Na das ist doch mal ein solides Fundament, auf dem sich ein Staat aufbauen lässt..... :rolleyes:

:türk:

KökBöri
24.04.06, 19:40
Na das ist doch mal ein solides Fundament, auf dem sich ein Staat aufbauen lässt..... :rolleyes:

:türk:


Das militär ist immer das rückrad einer nation,,ist das militär schwach..dann ist das land auch schwach...

siehe USA:lach:

Greyson
24.04.06, 19:44
Na das ist doch mal ein solides Fundament, auf dem sich ein Staat aufbauen lässt..... :rolleyes:

:türk:

das solide fundament ist der laizismus und kemalismus-es geht nur darum,dieses zu schützen.
denn wie der westen immer wieder anprangert,gibt es in der türkei[wie auch auf dem rest der welt] strömungen die das am besten schon heute wie morgen weg haben wollen.
diese ewige rumhackerei und destabilisierenden eingriffe von anderen ländern oder interessengruppen in die angelegenheiten und reformen sind natürlich auch eine unnötigkeit-die es nur noch mehr erschwert schnell voran zu kommen.
das ist aber nur ein teil des grundes warum dieses land probleme hat..es ist auch schlichtweg die schlechte qualität der politiker in den letzten 40-30 jahren in der türkei.
ich meine damit,dass sie jahrelang mit attacken gegeneinander beschäftigt waren anstelle sich ein ziel vor augen zu setzen und dorthin zu arbeiten.
so in etwa ähnlich wie es die letzten 5-6 jahre in deutschland war und immer noch ist.

politik29
24.04.06, 20:15
Orkut
“[...]Dieser Erdogan würde die Türkei langsam...langsam...langsam... versuchen zu islamisieren […]”


Hört sich nicht gut an, immerhin wurde er doch vom Volk gewählt, welches - soweit ich es mitbekommen hatte - eigentlich die Demokratie etc. weiterhin behalten möchte. Kennt das Volk somit seinen Präsidenten nicht oder hat das Volk insgeheim(?) die gleiche Einstellung wie er und wählt ihn deshalb?



Orkut
“[…] Du kannst dir sicher denken was passieren würde oder ?“


Ich habe diesbezüglich nur eine Vermutung, aber ob die richtig ist oder sein wird, weiss ich natürlich nicht, weil ich die Menschen und die Mentalität nicht genauer kenne. Auf jeden Fall nahm ich meine Vermutung zum Anlass nachzufragen, wie das von den Menschen türkischer Nationalität und von Menschen, die vielleicht nicht türkisch sind, aber in der Türkei leben, eingeschätzt wird.



meric
„Heisst das, dass mit so einem Konstrukt die Türkei nicht in die EU kommt? [...]“

Ob die Türkei mit einem solchen Konstrukt in die EU kommt, weiss ich nicht. Ich wünsche der Türkei, dass sie langfristig ein Konstrukt aufbaut / beibehält, das basisdemokratischen Ansprüchen genügt (die Türkei nennt sich selbst schliesslich demokratisch) und welches die Bevölkerung zufrieden stellt bzw. deren Bedürfnisse erhört und umsetzt. Dieses Konstrukt muss allerdings auch sicher genug sein, auch in der Zukunft eine Demokratie aufrecht erhalten zu können.


meric
„[...] Heisst das, dass sich ein solches Land nicht entwickeln kann und zum Untergang geweiht ist? [...]“


Nein, es heisst nicht, dass ein solches Land dem Untergang geweiht ist. Davon abgesehen kommt es immer darauf an, wie man „Untergang“ definiert. Für den Einen ist Untergang, wenn die Türkei auf längere Sicht islamistisch wird, für den Anderen bedeutet Untergang, wenn es nicht wieder konservativer werden würde. Ich denke, die Türkei hat ein grosses Entwicklungspotenzial, nur muss man trotzdem vorsichtig sein, Wachstum hält nicht ewig an; es wird eine Zeit starken wirtschaftlichen Aufschwungs geben, aber es wird genausogut Zyklen starken wirtschaftlichen Abschwungs geben. Solange es aufwärts geht, ist mehr oder weniger alles im grünen Bereich, die Bevölkerung wird mehr oder weniger zufrieden sein, eher mehr als weniger. Geht es allerdings mal für einige Jahre so richtig bergab (das gabs schon mal in der Türkei), auch dann muss das System Stabilität für Körper und Geist gewährleisten können.



TurK / MuZo
„das militär spielt in der türkei eine grosse rolle, weil:
1. DIE TÜRKEI EIN TERROR PROBLEM MIT DER PKK HAT !!!
2. DAS MILITÄR FÜR DIE AUFRECHTHALTUNG DES KEMALISMUS VERANTWORTLICH IST !!!!!
3. DAS MILITÄR EINGREIFEN MUSS, WENN EINE REGIERUNG NICHT DEM WEG VON ATATÜRK FOLGT !!!! […]”


Zu 1.)
Das PKK-Problem legitimiert meines Erachtens auf jeden Fall die Rolle des Militärs in DIESER Hinsicht, schliesslich muss die körperliche Unversehrtheit der Bevölkerung gewährleistet werden/sein. Wenn sich keiner sonst um das Problem kümmern kann, dann eben das Militär; hier in Deutschland würdens vielleicht Polizisten machen (keine Ahnung), aber irgendwer muss sich ja schliesslich damit befassen.

Zu 2. + 3.)
Warum ist für die Aufrechterhaltung des Kemalismus das Militär notwendig? - Ich dachte, die Menschen der Türkei stehen mehrheitlich SELBST hinter dem Anliegen Atatürks. Ich versteh es wirklich nicht so ganz.
Ist zusätzlich die Regierung, das heisst, sind die einzelnen Personen der Regierung selbst vielleicht nicht darauf aus, dem Weg Atatürks zu folgen? Ok, Regierungen neigen während ihrer Legislaturperioden manchmal dazu, „Dinge“ zu machen, die nicht unbedingt dem Willen der Menschen, die sie gewählt haben, entsprechen, ODER aber Regierungen können auch unterwandert werden. EBENSO könnte doch das Militär in gewisser Hinsicht gesinnungstechnisch „unterwandert“ und / oder aber im Laufe der Zeit selbst wieder konservativer werden (d.h. die einzelnen Personen), so dass das Militär – wo es früher vielleicht noch eingegriffen hätte – heute später oder vielleicht gar nicht mehr reagieren würde, so dass die Handlungsspielräume einer Regierung, die langfristig vielleicht „böses“ im Schilde führt (z.B. Abweichen vom Weg Atatürks), stillschweigend und nahezu unbemerkt im Laufe der Zeit immer grösser werden. Wäre es DANN – nach diesen Überlegungen – nicht besser und sicherer, ein System zu haben, das nicht von jemand anders (hier das Militär) abhängig ist?


TurK / MuZo
„[...] NICHT DIE REGIERUNGEN SONDERN DAS MILITÄR IST FÜR DIE TÜRKEI VERANTOWRTLICH !!! [...]“


Das hört sich wieder so an, als ob das Risiko ziemlich gross wäre, dass die vom Volk gewählte Regierung nicht unbedingt dem Weg Atatürks folgen möchte, so dass man hier absichern muss. Sehe ich das falsch?

Und wenn schliesslich gemäss deiner Aussage nicht die Regierung für das Land verantwortlich ist, sondern das Militär, was wäre dann in dem Fall, dass das Volk letztlich – aus welchen Gründen auch immer – mal eine Partei an die Regierung wählt, die aus der Türkei über einen langen Zeitraum ein islamistisches Land machen will, also sehr konservativ ist. Das würde in diesem Fall dem Willen des Volkes entsprechen, weil dieses ja die Regierung wählt. Und trotzdem würde eine vergleichsweise kleine Gruppe von Menschen (= das Militär) eingreifen und dies verhindern? Das wäre dann eindeutig eine Militärdiktatur, die demokratische Wahlen überflüssig und aus dem Land ein nichtdemokratisches Land machen würde.


TurK
„[...]das militär darf sich nur in die regierung einmischen, wenn diese regierung sich nicht an die prinzipien des kemalismus hält !!! [...]“


Wenn nun aber DAS VOLK irgendwann mal eine Regierung wählt, die sich vom Kemalismus entfernt und das Militär dann evtl. sogar mit Waffengewalt etwas aufrecht erhält, was nicht dem Willen des wählenden Volkes entspricht, dann hat man es doch in der Folge ganz klar mit einer Militärregierung zu tun, oder nicht?



meric
„[...] Auf der anderen Seite glaube ich, dass die Demokratie in der Türkei nachwievor bedroht ist und einen gewissen Anker benötigt. [...]“


Von wem ist die Demokratie in der Türkei bedroht, - PKK?, MHP?, von wem noch? Der Wille des Volkes ist doch in der Mehrheit die Demokratie, oder nicht? Und das Volk wählt doch nach wie vor die Regierung. Geht die Bedrohung von der Regierung selbst aus?



meric
„[...]Bitte nicht verallgemeinern. Wir haben in der Türkei auch Demokratiefeinde (Ordu göreve/ Yasasin Seriat/ En büyük PKK) [...]“


Gibt es hierzu eventuell eine Schätzung, wieviel Prozent der Bevölkerung (auch unter denen, die (noch) nicht wahlberechtigt sind) demokratiefeindlich eingestellt sind?



TurK / Muzo
„[...] wenn ein ministerpräsident bzw. eine regierung z.B. die türkei auf einen streng religiösen weg bringen möchte, mischt sich sofort das militär ein, weil das nicht atatürk prinzipien sind... wenn eine regierung die grundsätze und prinizipien des kemalismus nicht einhält oder dagegen verstößt, was man sofort auch merkt, greift sofort das militär ein... denn sie sind die hüter des kemalismus... das das militär dafür zu sorgen hat, steht im türkiye cumhuriyeti anayasasi.... das hat atatürk selbst verordnet, dass das militär der "hüter" seiner prinzipien ist.... natürlich auch das volk, dass volk merk logischerweise sofort wenn eine regierung von atatürks weg rauskommt, wenn plötzlich alles streng religiös z.B. verläuft.. [...]“


Ja, aber sowas kann sich doch auch SCHLEICHEND ändern, d.h. sowohl das Volk kann im Laufe der Zeit wieder streng religiös werden (wollen) als auch das Militär selbst, denn dahinter stecken doch schliesslich auch nur Menschen. Kann eine solche Änderung denn völlig ausgeschlossen werden? Wäre das nicht reine Spekulation?



TurK / MuZo
„[...]aber eigentlich brauchen die keine kontrolle..weil sie alle eine gleiche einstellung haben..und das ist nach dem vorbild Atatürks zu leben und zu handeln..“


Und die Einstellung der Generäle kann sich nicht im Laufe der Zeit ändern? Wer kann das garantieren?

Oder, man stelle sich vor, das Volk wählt irgendwann eine konservative Partei, will also wieder islamischer als islamisch werden, dann würden doch diese Generäle – vorausgesetzt, sie bleiben ihrer Einstellung treu – dem Willen des Volkes zuwider handeln.



Greyson
„[...] laizismus und kemalismus [...] gibt es in der türkei [...] strömungen die das am besten schon heute wie morgen weg haben wollen [...]“


TurK / MuZo interessiert sich ja nicht sonderlich für Demokratiefeinde, er sagt, diese gäbe es schliesslich in jedem Land. Deshalb frage ich auch dich noch, Greyson, wie stark sind diese Strömungen in der Türkei aktuell und wieviel Potenzial haben sie für die Zukunft?


Vielen Dank für Eure Meinungen! Bitte weiterhin friedlich bleiben, es geht hier nicht um Zweifel etc., sondern um sachliche Überlegungen!

Iyi aksamlar!

Greyson
24.04.06, 20:24
Greyson
„[...] laizismus und kemalismus [...] gibt es in der türkei [...] strömungen die das am besten schon heute wie morgen weg haben wollen [...]“


TurK / MuZo interessiert sich ja nicht sonderlich für Demokratiefeinde, er sagt, diese gäbe es schliesslich in jedem Land. Deshalb frage ich auch dich noch, Greyson, wie stark sind diese Strömungen in der Türkei aktuell und wieviel Potenzial haben sie für die Zukunft?


womit er auch recht hat,diese hat es überall und schon immergegeben.

zu dem anderem muss ich dazu sagen,dass ich hier lebe und nur mein erfahrungsbild weitergeben kann.
ich würde die türkei in drei lager spalten:
-islamisten
-demokraten
-beides

wie du siehst teile ich 2/3 der bevölkerung schon in die schiene demokraten ein.
die potenziale hängen stark von der wirtschaftlichen lage und den aussenpolitischen auseinandersetzungen ab.
je mehr es der bevölkerung schlecht geht gibt es einen rechtsruck oder ruck in den islamismus.ein phänomen was man überall auf der welt beobachten kann.
schlimmer sind diese aussenpolitischen probleme..die meistens einen ruck in den islamismus nach sich tragen.

politik29
24.04.06, 20:32
Greyson
"[...] wie du siehst teile ich 2/3 der bevölkerung schon in die schiene demokraten ein. die potenziale hängen stark von der wirtschaftlichen lage und den aussenpolitischen auseinandersetzungen ab. je mehr es der bevölkerung schlecht geht gibt es einen rechtsruck oder ruck in den islamismus.ein phänomen was man überall auf der welt beobachten kann. schlimmer sind diese aussenpolitischen probleme..die meistens einen ruck in den islamismus nach sich tragen."


Danke für deine Einschätzung! Bezüglich des "Phänomens" möchte ich anmerken, dass doch in den demokratischen Ländern selbst in wirtschaftlich oder aussenpolitisch schwierigen Zeiten die Bevölkerung aus prinzipieller Überzeugung hinter dem System / Konstrukt "Demokratie" steht bzw. dieses nicht in Frage stellt, indem es sich merheitlich davon abwendet, nur weil die Zeiten ein bisschen schwieriger geworden sind. Vielleicht irre ich mich da aber auch?

Hammerlord
24.04.06, 21:42
Ich wünsche der AKP, Islamisten?, auch weiterhin viel Erfolg. Und wenn die Generäle zu offensichtlich einschreiten, gegen den Willen des Volkes, wird ihr Stern halt sinken und das ist auch gut so.
Momentaner Propaganda, wird aber nicht viel nützen, lautet ungefähr so::
Gläubige, 5*täglich beten und bei Frauen auch Kopftuch tragend, sind Islamisten. AKP ist Islamistisch. Osamas Truppe sind auch Islamisten. Ist die AKP ein Schläferpartei?


Ich finde es sehr Amüsant. lol. Ein verlorenes unterfangen lol

Beyefendi
24.04.06, 22:22
ich bin selber mitglied in der akp (jugend-flügel) ... die akp ist keine islamitische partei... sie ist eine demokratische partei.... wäre sie islamistisch würde sie 1. das volk gar nicht wählen und 2. würde das militär eingreifen und akp wäre weg vom fenster ! ob unser geehrter herr ministerpräsident erdogan religiöser ist als ich oder ihr geht keinen was an.. jeder lebt seinen glauben wie er will... solange sein glauben die politik nicht beeinflusst ist es recht egal wie religiös er ist.... wenn die akp regierung soo islamistisch wäre, frage ich mich was die von der eu wollen ??? naja ich selber als akp mitglied weiss, dass die akp regierung eine demokratische partei ist und in atatürks weg weiterschreitet....

saygilarimla...
MuZo

tralles
24.04.06, 22:38
ich bin selber mitglied in der akp (jugend-flügel) ... die akp ist keine islamitische partei... sie ist eine demokratische partei.... wäre sie islamistisch würde sie 1. das volk gar nicht wählen und 2. würde das militär eingreifen und akp wäre weg vom fenster ! ob unser geehrter herr ministerpräsident erdogan religiöser ist als ich oder ihr geht keinen was an.. jeder lebt seinen glauben wie er will... solange sein glauben die politik nicht beeinflusst ist es recht egal wie religiös er ist.... wenn die akp regierung soo islamistisch wäre, frage ich mich was die von der eu wollen ??? naja ich selber als akp mitglied weiss, dass die akp regierung eine demokratische partei ist und in atatürks weg weiterschreitet....

saygilarimla...
MuZo

was ist heute los!?

ich habe selten so viel schwachsinn gelesen wie heute in diesem forum!

Demir
24.04.06, 22:41
Nackstatuen in Antalya verdeutlichen wie weltoffen TÜRKEN sind.
Türken sind europäisch.

Demir
24.04.06, 22:55
Wenn man bedenkt , dass sunnitische Türken den Laizismus eingeführt haben (ATATÜRK WAR EIN SUNNIT) und Erdogan selbstverständlich denkt wie Atatürk ist doch nichts dagegen einzuwenden. Laizismus war damals extrem heute muss es etwas menschlicher gestaltet werden. Freiheit der Menschen müssen weiterhin gewährleistet sein. schmeiss Erdogan nicht mit Dreck. Komisch dass es nie alevitische Helden in der Türkei gab kann es sein weil Sie immer hinter den Kommunisten und PKK Terroristen standen und immer für Sowjetunion waren und nun Propaganda für Religionsfreiheit machen und anderseits die Freiheiten der laizistischen Sunniten verkleinern wollen??

tralles
24.04.06, 22:59
Komisch dass es nie alevitische Helden in der Türkei gab kann es sein weil Sie immer hinter den Kommunisten und PKK Terroristen standen und immer für Sowjetunion waren und nun Propaganda für Religionsfreiheit machen und anderseits die Freiheiten der laizistischen Sunniten verkleinern wollen??

Komisch, wer oder was ist ein Held? Und Du willst behaupten, dass es keine solchen alevitischen Helden gibt?

Celaleddin Kaplan war bestimmt auch Sunni! Auch Necmüiddin Erbakan!

Hammerlord
24.04.06, 23:00
Ich habe gehört, Aleviten lieben Yavus Sultan Selim

Demir
24.04.06, 23:02
Ich habe extra gesagt laizistische Sunniten, wir Türken sind in der Mehrheit für Laizismus und geben gleichfalls unser Glauben nicht auf und nutzen es auch nicht um damit Politik zu machen wie Alevitische Kommunistenanhänger. Habe nichts gegen Aleviten ich rede hier von einzelnen Gruppen die auffallen. Erbakan war Theokrat die Nutzung der religion hat er sehr gut verstanden dank Ihm haben wir verbohrte Türken jämmerlich.

Telli Baba
24.04.06, 23:30
Wenn man bedenkt , dass sunnitische Türken den Laizismus eingeführt haben (ATATÜRK WAR EIN SUNNIT) und Erdogan selbstverständlich denkt wie Atatürk ist doch nichts dagegen
einzuwenden.
Das Atatürk eine Sunnite wie auch Erdoğan ist, macht beide nicht zu Menschen derselben Klasse. Atatürk hat eine militärische, staatliche Erziehung genossen die unter dem Licht der Aufklärung zu sehen ist.

Erdoğan hingegen ist ein typischer Vertrerter eines Schwarzmeer İmams, er hat keinerlei westliche Erziehung genossen. Er kann nicht verstehen, warum es Beispielsweise die Trennung von Staat und Religion geben sollte. Er ist unter dem Licht des religiösen Fundamentalismus zu betrachten. Die Werte der Republik tangieren ihn nicht, er macht Takiyye, seine wahren Absichten sind aber nicht schwer zu entschlüsseln. Demontage des Laizismus, Einführung einer Staatsreligion, Angleichung des Zivilrechts an die Scharia. Also quasi die Arabisierung der Türkei.


Laizismus war damals extrem heute muss es etwas menschlicher gestaltet werden. Freiheit der Menschen müssen weiterhin gewährleistet sein. schmeiss Erdogan nicht mit Dreck.

Sobald der Islam zur Staatsreligion-/Ideologie aufgestiegen ist, wie weit wird es mit der Freiheit der anderen Minderheiten in der TÜrkei sein? Zum Beispiel den Aleviten, Atheisten, Christen oder Juden?

Der Laizismus ist eine Garantie, dass es keinen Bürgerkrieg gibt zwischen Islamisten und Laizisten. Die Trennung von Staat und Religion ist eine Säule unserer Republik, sie ist die Garantie für freies Denken, für Fortschritt und Entwicklung.


Komisch dass es nie alevitische Helden in der Türkei gab kann es sein weil Sie immer hinter den Kommunisten und PKK Terroristen standen und immer für Sowjetunion waren und nun Propaganda für Religionsfreiheit machen und anderseits die Freiheiten der laizistischen Sunniten verkleinern wollen??

Hach... ich mußte erstmal kräftig lachen. Die Helden der Aleviten siehst Du beim Militär, zum Beispiel Çevik Bir. Du weißt aber wer das ist oder?

Das Problem der Aleviten ist (aus Sicht der Sunniten):

1. Sie sind religiös gesehen nicht extremistisch
2. Sie stehen zu 99% zu den Werten der Republik
3. Sie akzeptieren die Trennung von Staat und Religion und den Laizismus

Aber ich persönlich Trenne nicht zwischen Sunniten und Aleviten sondern zwischen Laizisten und dem Rest. So einfach ist mein Weltbild

Telli Baba
24.04.06, 23:38
Ich wünsche der AKP, Islamisten?, auch weiterhin viel Erfolg. Und wenn die Generäle zu offensichtlich einschreiten, gegen den Willen des Volkes, wird ihr Stern halt sinken und das ist auch gut so.
Momentaner Propaganda, wird aber nicht viel nützen, lautet ungefähr so::
Gläubige, 5*täglich beten und bei Frauen auch Kopftuch tragend, sind Islamisten. AKP ist Islamistisch. Osamas Truppe sind auch Islamisten. Ist die AKP ein Schläferpartei?


Ich finde es sehr Amüsant. lol. Ein verlorenes unterfangen lol

Wer die Trennung von Staat und Religion nicht akzeptiert und das Staatsruder an den Islam übertragen will, ist ein Islamist. Ganz einfach.

Demir
24.04.06, 23:40
Erdogan sollte man wenigstens die Zeit gönnen in dem er Atatürks Theorien näherkommt und ausserdem warum denkt Ihr, das Erdogan nicht so denken kann wie Atatürk?
Extremismus und Hetze gibt es immer sofort von der alevitischen Seite.
Komisch das die Diyanet auch alevitisch ist :lach: . Hat ja auch Atatürk eingeführt.

Lass uns ruhig streiten vielleicht lerne ich noch mehr von dir.

Wer Alevitische Dummheiten als Religion akzeptiert haben möchte ist ebenfalls ein Islamist.

Telli Baba
24.04.06, 23:43
Erdogan sollte man wenigstens die zeit gönnen in dem er Atatürks Theorien näherkommt und ausserdem warum denkt Ihr, das Erdogan nicht so denken kann wie Atatürk?

Das habe ich etwas oben erklärt. Er ist religiös indoktriniert.


Extremismus und Hetze gibt es immer sofort von der alevitischen Seite.

Selbstverständlich die Aleviten fackeln nicht lange rum.


Komisch das die Diyanet auch alevitisch ist :lach: . Hat ja auch Atatürk eingeführt.

Lass uns ruhig streiten vielleicht lerne ich noch mehr von dir.

Nein, die Diyanet ist ein zutiefst sunnitische Organisation. Da widerspreche ich ja gar nicht. Ich weiß aber warum es sie gibt. Deshalb kann ich auch Ruhig schlafen. :lach:

Yakamoz
24.04.06, 23:46
Wer Alevitische Dummheiten als Religion akzeptiert haben möchte ist ebenfalls ein Islamist.

Was soll das bedeuten?

Telli Baba
24.04.06, 23:47
Wer Alevitische Dummheiten als Religion akzeptiert haben möchte ist ebenfalls ein Islamist.

Die sunnitische Schablone kann man nicht auf das Alevitentum anwenden. Das ist eine gänzlich andere Kultur.

Hammerlord
24.04.06, 23:49
@telli baba fragt sich nur wie lange Du ruhig schlafen kannst. Kommt Zeit, kommt..... Es soll ja auch ein Hadit geben, welches das wieder erstarken des Islams voraussagt und die Türken werden dabei sein.

Gute Nacht ;)

tralles
24.04.06, 23:50
@telli baba fragt sich nur wie lange Du ruhig schlafen kannst. Kommt Zeit, kommt..... Es soll ja auch ein Hadit geben, welches das wieder erstarken voraussagt und die Türken werden dabei sein.

Gute Nacht ;)

???

Telli Baba
24.04.06, 23:52
@telli baba fragt sich nur wie lange Du ruhig schlafen kannst. Kommt Zeit, kommt..... Es soll ja auch ein Hadit geben, welches das wieder erstarken voraussagt und die Türken werden dabei sein.

Gute Nacht ;)

Siehst Du Hadithe interessieren mich nicht, sie werden auch nie für die Türkei interessant sein - das ist die Trennung von Staat und Religion.

Es gibt keinen Grund für mich, nicht Ruhig zu schlafen. :lach:

Demir
24.04.06, 23:52
Lass die sunnitischen Türken ruhig schlafen. Sie dürfen nichts mehr tun?
Sunnitische Türken gehört dieses Land nicht den alevitischen Querdenkern.

Sobald ein sunnitischer Türke irgendetwas unternimmt wird er sofort abgestempelt als radikal oder sonst irgendein Doktrinit.

Diyanet ist eine Kontrolle meinst du es stimmt. Ohne Kontrolle dieser weitgefachten Religion sind die Grenzen riesig, deshalb Laizismus und Teilausübung religiöser Vorschriften.
Alevitisch werden wir nie werden, da es im keim sich selbt schon erstickt:lach:




(Saka yapiyorum lütfen ciddiye alma onun icin Almanca yazmaktayim )

Demir
24.04.06, 23:53
Was soll das bedeuten?

Kennst du die alevitisch Gemeindeordnung, wer sich der Regel verstösst wird exkommuniziert:brüll:

Yakamoz
24.04.06, 23:54
demir: Alevi düsmanligi mi yapiyorsun?

Demir
24.04.06, 23:54
Alevilikte Sunnilikte bir revizyondan gecmesi gerek!

Yakamoz
24.04.06, 23:55
Kennst du die alevitisch Gemeindeordnung, wer sich der Regel verstösst wird exkommuniziert:brüll:

Achso...welche Gemeindeordnung war das nochmal wo du gesteinigt wirst wenn du Ehebruch begehst oder dir die Hand abgehackt wird bei Diebstal?

BosnaTurk
24.04.06, 23:57
Liebe Leute, vielleicht sollten wir diese Art der Diskussion sein lassen?

Es darf keine Rolle spielen, ob man Alevi, Sunni, Atheist, Christ, Jude, sonstwas ist ... ist doch egal. Jeder soll auf seine Art und Weise glücklich sein/werden.

Sowas führt doch nur zum Streit.

Demir
24.04.06, 23:58
:lach: Wer sich der Regel des Alevismus entzieht und auch evtl einen Sunniten Namens Osman oder Ömer Bekir Ebubekir heiratet wird erschossen:lach:

tralles
25.04.06, 00:00
:lach: Wer sich der Regel des Alevismus entzieht und auch evtl einen Sunniten Namens Osman oder Ömer Bekir Ebubekir heiratet wird erschossen:lach:

Du schreibst vielleicht einen Quatsch zusammen! Bölücülük yapiyorsun!

Demir
25.04.06, 00:02
Liebe Leute, vielleicht sollten wir diese Art der Diskussion sein lassen?

Es darf keine Rolle spielen, ob man Alevi, Sunni, Atheist, Christ, Jude, sonstwas ist ... ist doch egal. Jeder soll auf seine Art und Weise glücklich sein/werden.

Sowas führt doch nur zum Streit.

ich mag keine Menschen die Jesus verharmlosen:lach:

verda
25.04.06, 00:02
:lach: Wer sich der Regel des Alevismus entzieht und auch evtl einen Sunniten Namens Osman oder Ömer Bekir Ebubekir heiratet wird erschossen:lach:


:confused: (javascript:add_smilie()

Hammerlord
25.04.06, 00:03
Sizde 5 vakit namaz kilanlari islamist yapiyorsunus. Diyanet nimmt keiner ernst.

verda
25.04.06, 00:03
Alevilikte Sunnilikte bir revizyondan gecmesi gerek!

demir was erzählst du eigentlich?
sen bugün yorgunsun galiba,dinlensen iyi olur :hallo;

Demir
25.04.06, 00:04
sen bugün yorgunsun galiba,dinlensen iyi olur :hallo;

Iyi geceler:hallo; :aferin:

Telli Baba
25.04.06, 00:07
Kennst du die alevitisch Gemeindeordnung, wer sich der Regel verstösst wird exkommuniziert:brüll:

Das ist die höchste und schlimmste Strafe bei den Aleviten. Die Verbannung aus der Gemeinde.

Telli Baba
25.04.06, 00:08
:lach: Wer sich der Regel des Alevismus entzieht und auch evtl einen Sunniten Namens Osman oder Ömer Bekir Ebubekir heiratet wird erschossen:lach:

Wer dir sein Mädchen gibt, tut mir schon jetzt leid. :lach:

karasevda75
25.04.06, 00:08
Arkadaslar, yeter artik müßige Diskussion, die zu Nichts führt... noluyo yaa... elin tanimadigimiz insani, geliyor alevilik hakkinda, hosgörü hakkinda atip tutyo...

Demir kardesim, burasi böyle düsüncelerin yeri degil...
bu tutumla herkesle sorun yasayacagina göre sen burasini birak, daga cik, orda yasa..

verda
25.04.06, 00:10
Das ist die höchste und schlimmste Strafe bei den Aleviten. Die Verbannung aus der Gemeinde.


brechen sie dann jegweglichen kontakt zu dieser person ab,wie soll ich das deuten?

Telli Baba
25.04.06, 00:12
brechen sie dann jegweglichen kontakt zu dieser person ab,wie soll ich das deuten?

So ist es. Die Person wird gebeten, die Gemeinde zu verlassen. Aber heutzutage gibt es das auch nicht.

Greyson
25.04.06, 07:33
Greyson
"[...] wie du siehst teile ich 2/3 der bevölkerung schon in die schiene demokraten ein. die potenziale hängen stark von der wirtschaftlichen lage und den aussenpolitischen auseinandersetzungen ab. je mehr es der bevölkerung schlecht geht gibt es einen rechtsruck oder ruck in den islamismus.ein phänomen was man überall auf der welt beobachten kann. schlimmer sind diese aussenpolitischen probleme..die meistens einen ruck in den islamismus nach sich tragen."


Danke für deine Einschätzung! Bezüglich des "Phänomens" möchte ich anmerken, dass doch in den demokratischen Ländern selbst in wirtschaftlich oder aussenpolitisch schwierigen Zeiten die Bevölkerung aus prinzipieller Überzeugung hinter dem System / Konstrukt "Demokratie" steht bzw. dieses nicht in Frage stellt, indem es sich merheitlich davon abwendet, nur weil die Zeiten ein bisschen schwieriger geworden sind. Vielleicht irre ich mich da aber auch?

nicht mehrheitlich auch ist es zeitlich begrenzt-wie du es schön ausdrückst steht auch der mehrheitliche teil der türkischen menschen "prinzipiell überzeugt" hinter ihrer staatform.ein ruck ist eben ein ruck poli-nicht mehr nicht weniger.der kern ist demokratisch..dies gilt es zu bewahren und zu pflegen.viele wollen einen mullahstaat nicht-es würde einen bürgerkrieg geben im falle dessen.
deswegen muss der druck von aussen sofort aufhören.
man sollte es nie vergessen,dass es dieses land nun-in seiner jetzigen form-schon 90 jahre gibt..und sie ist immernoch kein mullahstaat sondern eine demokratische republik.

Greyson
25.04.06, 07:44
Greyson
"[...] wie du siehst teile ich 2/3 der bevölkerung schon in die schiene demokraten ein. die potenziale hängen stark von der wirtschaftlichen lage und den aussenpolitischen auseinandersetzungen ab. je mehr es der bevölkerung schlecht geht gibt es einen rechtsruck oder ruck in den islamismus.ein phänomen was man überall auf der welt beobachten kann. schlimmer sind diese aussenpolitischen probleme..die meistens einen ruck in den islamismus nach sich tragen."


Danke für deine Einschätzung! Bezüglich des "Phänomens" möchte ich anmerken, dass doch in den demokratischen Ländern selbst in wirtschaftlich oder aussenpolitisch schwierigen Zeiten die Bevölkerung aus prinzipieller Überzeugung hinter dem System / Konstrukt "Demokratie" steht bzw. dieses nicht in Frage stellt, indem es sich merheitlich davon abwendet, nur weil die Zeiten ein bisschen schwieriger geworden sind. Vielleicht irre ich mich da aber auch?

noch was..ist deutschland in seiner jetzigen schwierigen lage immer noch das gleiche deutschland wie vor 10 jahren?
oder hat sich die denkweise der deutschen bevölkerung nicht etwas..verändert?

Hammerlord
25.04.06, 10:10
@politik29

Das was hier einige vertreten, repräsentiert nicht die Allgemeinheit. Es gibt in der Türkei eine dem Islam feindlich gesinnte Gruppe, diese wählen in der Mehrzahl CHP und lesen die Zeitung „Cumhurriyet“. Sie meinen für das wohl der Mehrheit zu sprechen, in Wirklichkeit geht es nur um ihre Machterhalt. Wenn sie die Möglichkeit hätten, den Islam aus der Gesellschaft zu verbannen, dann hätten sie es schon längst getan. Versucht haben sie es, siehe Diyanet. Heute erfreut sich die Religion eines starken Zulauf und dank Internet beschleunigt sich das ganze auch. Wie lange soll die Diskriminierung in den Behörden, Schulen, Militär und Regierungsgebäuden anhalten. Ich erkenne schon eine leichte Panik, dieses sieht man durch:

heraufbeschwören der Gefahr eines Mullah Regimes wie Iran oder besser noch S-Arabien und die Talibanregierung in Afghanistan. .
Behauptung von „Wolf im Schafsfell“
Vorwurf der Takkiye, gern verwendetes Wort
Entlassungen von Offizieren, also Säuberungsaktionen
Denunzieren von hohen geistlichen Persönlichkeiten Die AKP wir, so wie es aussieht, wiedergewählt, der nächste Staatspräsident wird aus dem Lager der AKP sein. Sobald die EU-Mitgliedschaft endgültig in den Akten verschwindet und sich die Türkei auf eine ausgeglichene privilegierte Partnerschaft einigt, ja dann werden die Karten wieder neu gemischt.

zübeyde
25.04.06, 10:17
Hammerlord,

mich interessieren ja Ihre Wahlprognosen nicht, aber habe ich richtig verstanden, Sie sprechen von einer "priviligierten Partnerschaft" mit der EU ?

Greyson
25.04.06, 10:20
Hammerlord,

mich interessieren ja Ihre Wahlprognosen nicht, aber habe ich richtig verstanden, Sie sprechen von einer "priviligierten Partnerschaft" mit der EU ?

zu mehr wird es im beiderseitigem einvernehmen nicht mehr kommen,zübeyde.

zübeyde
25.04.06, 10:25
zu mehr wird es im beiderseitigem einvernehmen nicht mehr kommen,zübeyde.

Die Türkei wird eine "priviligierte Partnerschaft" niemals akzeptieren. Es wird ergebnisoffen verhandelt, aber es wird keine solche Vereinbarung geben mit der Türkei, auch das ist deutlich in der letzten Sitzung mit der EU deutlicht gemacht worden.

Ob es die Vollmitgliedschaft geben wird oder nicht, weiß ich nicht, aber eine "priviligierte Partnerschaft" wird es mit der Türkei nicht geben.

Greyson
25.04.06, 10:27
Die Türkei wird eine "priviligierte Partnerschaft" niemals akzeptieren. Es wird ergebnisoffen verhandelt, aber es wird keine solche Vereinbarung geben mit der Türkei, auch das ist deutlich in der letzten Sitzung mit der EU deutlicht gemacht worden.

Ob es die Vollmitgliedschaft geben wird oder nicht, weiß ich nicht, aber eine "priviligierte Partnerschaft" wird es mit der Türkei nicht geben.

ich glaube sogar,dass es bald garnichts mehr mit der EU geben wird.
die tore schliessen sich für beide.
ich werde ihr nicht hinterher heulen..

Hammerlord
25.04.06, 10:30
Ein Abbruch der Verhandlungen führt zu einer „privilegierte Partnerschaft“

zübeyde
25.04.06, 10:31
ich glaube sogar,dass es bald garnichts mehr mit der EU geben wird.
die tore schliessen sich für beide.
ich werde ihr nicht hinterher heulen..

Wir können nur ebenbürtige und gleichberechtigte Partner werden.

Wenn dies nicht möglich sein sollte, was mich auch gar nicht traurig stimmen würde, dann wird es diese gleichberechtigte Partnerschaft halt nicht geben. Mehr als verhandeln kann man nicht.

Aber eine "priviligierte Partnerschaft" nenne ich die "Anhängsel Partnerschaft", die eine Türkei nicht akzeptieren kann und wird. Z.Zt. sind wir eh priviligiert. Noch priviligierter gehts wohl kaum.

zübeyde
25.04.06, 10:34
Ein Abbruch der Verhandlungen führt zu einer „privilegierte Partnerschaft“



Nein.Ein Abbruch der Verhandlungen bedeutet Abbruch und nicht ein neuer Status.

Ich wundere mich, daß sie so eine Anhängsel-Partnerschaft für unsere Türkei als passend ansehen. Gestern noch korrigierten Sie mich mit unserer "glorreichen Geschichte". Die Nachkommen dieser so glorreichen Helden sollen "priviligierte Partner" der Europäer werden ? Ich bitte Sie. Etwas mehr Zuvertrauen !

Greyson
25.04.06, 10:34
Wir können nur ebenbürtige und gleichberechtigte Partner werden.

Wenn dies nicht möglich sein sollte, was mich auch gar nicht traurig stimmen würde, dann wird es diese gleichberechtigte Partnerschaft halt nicht geben. Mehr als verhandeln kann man nicht.

Aber eine "priviligierte Partnerschaft" nenne ich die "Anhängsel Partnerschaft", die eine Türkei nicht akzeptieren kann und wird. Z.Zt. sind wir eh priviligiert. Noch priviligierter gehts wohl kaum.

mach dir keinen kopf,zübeyde.das thema EU hat sich erledigt-egal als vollmitglied oder als..."partner"[was auch immer das sein soll..]

zübeyde
25.04.06, 10:39
mach dir keinen kopf,zübeyde.das thema EU hat sich erledigt-egal als vollmitglied oder als..."partner"[was auch immer das sein soll..]


Nein Greyson das ist bestimmt nicht egal. Wenn das egal gewesen wäre, dann hätte man nicht jahrelang über diese Begriffe gestritten.

Vollmitglied und Anhängsel-Partnerschaft sind wirklich nicht gleichzusetzen.

Wenn eine Vollmitgliedschaft auf einer guten Basis zu schaffen ist, ohne daß wir unsere nationalen Interessen völlig zur Seite schieben müssen, und uns in Stücke zerreißen müssen, dann würde ich mich darüber freuen.

Falls das nicht möglich ist, ja dann eben nicht. Dann sind wir nur gute Nachbarn.

Hammerlord
25.04.06, 10:46
@zübeyde

Sie meinen,
ich sollte mir auch mal eine rosarote Brille zulegen.

zübeyde
25.04.06, 10:52
@zübeyde

Sie meinen,
ich sollte mir auch mal eine rosarote Brille zulegen.


Nein, Hammerlord,

es würde schon reichen, wenn wir uns mehr zutrauen und unseren Wert nicht auf dem euopäischen-Basar verhökern. Das haben wir nicht nötig.

Wir existieren auch ohne die EU. Wir kriechen nicht auf dem Boden, um so eine Anhängsel-Partnerschaft zu akzeptieren. Ich bitte Sie !

Musel
25.04.06, 14:49
ich glaube sogar,dass es bald garnichts mehr mit der EU geben wird.
die tore schliessen sich für beide.
ich werde ihr nicht hinterher heulen..

Du nicht, Greyson. Aber deine Kinder, Enkel und Urenkel...... :europe:

zübeyde
25.04.06, 14:52
Du nicht, Greyson. Aber deine Kinder, Enkel und Urenkel...... :europe:




Wieso sollten unsere Enkel heulen ? Was für ein Grund sollte es dazu geben ?
Woher weißt Du, daß es die EU dann noch geben wird ? :türkiye:

Wenn es eine Einigung auf längere Sicht geben kann, dann gibt es sie, wenn nicht ist auch OK.

KökBöri
25.04.06, 14:53
Du nicht, Greyson. Aber deine Kinder, Enkel und Urenkel...... :europe:


Warum die Kinder,Enkel und Urenkel??? das musst du jetzt mal näher erläutern müsli

Musel
25.04.06, 15:05
Warum die Kinder,Enkel und Urenkel??? das musst du jetzt mal näher erläutern müsli

Weil die EU dann sowohl wirtschaftlich sowie ethisch und rechtlich eine echte Einheit darstellen wird, die ihren Bürgern ein sicheres Leben in Wohlstand und Gesundheit garantieren kann.

Die EU hat derzeit auch ohne die Türkei noch mit allerlei Kinderkrankheiten zu tun, bis jetzt läuft das natürlich noch nicht alles rund. Aber das wird noch kommen und die europäischen Völker werden zu einer echten Einheit verschmelzen. Natürlich dauert das alles seine Zeit. Aber da wir jetzt den kommenden Generationen den Weg ebnen, werden es diese schaffen, alte Hürden oder gar Feindschaften zu überwinden und zu vergessen und über diese nur noch verwundert in den Geschichtsbüchern zu lesen...... :europe: :aferin::europe:

zübeyde
25.04.06, 15:14
Weil die EU dann sowohl wirtschaftlich sowie ethisch und rechtlich eine echte Einheit darstellen wird, die ihren Bürgern ein sicheres Leben in Wohlstand und Gesundheit garantieren kann.

..... :europe: :aferin::europe:


Ok. Für Dein Optimismus bewundere ich Dich.
Aber ich teile nicht diese Meinung.
Ich hatte mal daran geglaubt, das ja.

Aber mittlerweise erkenne ich an, daß mit Frankreich, Großbrittannien, Polen und Deutschland es ethisch und wirtschaftlich eben nicht die "echte Einheit" geben wird. Eine "echte Einheit" würde bedeuten, daß keiner dieser Länder mehr an ihre eigenen wirtschaftlichen und nationalen Interessen mehr denken würden. Und dies ist bei weitem nicht der Fall. Bei jeder Krise wirst Du sehen, werden sie ihre Fahnen hochhiefen. Und gerade mit Frankreich und Deutschland und Großbritannien / Frankreich wird es immer Reibereien geben.

Also eine Union ja, aber eine "echte Einheit" da muß ich widersprechen.
Erstmal wäre schon schön, wenn eine gemeinsame "Verfassung" existieren würde. Die scheint mir noch in weite Ferne gerückt zu sein.
Von einer einheitlichen "Außenpolitik" mal ganz abgesehen. Da ist die Chaotterie angesagt.

Oder was meinst Du ?

KökBöri
25.04.06, 15:23
Weil die EU dann sowohl wirtschaftlich sowie ethisch und rechtlich eine echte Einheit darstellen wird, die ihren Bürgern ein sicheres Leben in Wohlstand und Gesundheit garantieren kann.

Die EU hat derzeit auch ohne die Türkei noch mit allerlei Kinderkrankheiten zu tun, bis jetzt läuft das natürlich noch nicht alles rund. Aber das wird noch kommen und die europäischen Völker werden zu einer echten Einheit verschmelzen. Natürlich dauert das alles seine Zeit. Aber da wir jetzt den kommenden Generationen den Weg ebnen, werden es diese schaffen, alte Hürden oder gar Feindschaften zu überwinden und zu vergessen und über diese nur noch verwundert in den Geschichtsbüchern zu lesen...... :europe: :aferin::europe:


dein optimismus in allen ehren...woher weisst du das es in den nächsten 20-30jahren noch die EU gibt?die sind sich ja jetzt schon nicht einig untereinander...

der türkei geht es jedes jahr wirtschaftlich besser tendenz steigend,und das führt zu mehr lebensqualität,und wenn das 20-30 jahre so an hält,,dann brauchen unsere enkel,kinder,nicht neidisch sein auf die EU und sich nicht verstecken. oder ihnen leid tun:türkiye:

Musel
25.04.06, 15:36
Ok. Für Dein Optimismus bewundere ich Dich.
Aber ich teile nicht diese Meinung.
Ich hatte mal daran geglaubt, das ja.

Aber mittlerweise erkenne ich an, daß mit Frankreich, Großbrittannien, Polen und Deutschland es ethisch und wirtschaftlich eben nicht die "echte Einheit" geben wird. Eine "echte Einheit" würde bedeuten, daß keiner dieser Länder mehr an ihre eigenen wirtschaftlichen und nationalen Interessen mehr denken würden. Und dies ist bei weitem nicht der Fall. Bei jeder Krise wirst Du sehen, werden sie ihre Fahnen hochhiefen. Und gerade mit Frankreich und Deutschland und Großbritannien / Frankreich wird es immer Reibereien geben.

Also eine Union ja, aber eine "echte Einheit" da muß ich widersprechen.
Erstmal wäre schon schön, wenn eine gemeinsame "Verfassung" existieren würde. Die scheint mir noch in weite Ferne gerückt zu sein.
Von einer einheitlichen "Außenpolitik" mal ganz abgesehen. Da ist die Chaotterie angesagt.

Oder was meinst Du ?

Was den status quo angeht, gebe ich dir Recht. Die EU ist heute alles andere als eine echte Gemeinschaft. Sie ist zunächst mal nur ein rechtliches Gebilde, ein Fundament. Doch es ist heute an der Zeit, den Boden der EU fruchtbar zu machen, die einzelnen Staaten langsam auf die Zukunft vorzubereiten, damit in einigen (vielen) Jahren der von mir oben beschrieben Zustand erreicht werden kann.

Natürlich zicken die Franzosen, Engänder und Deutschen rum (die anderen noch dazu). Aber die heutigen Entscheidungsträger sind alle in einer Generation aufgewachsen, in der sie die Feindschaften der europäischen Völker noch hautnah erleben mussten. Die Köpfe dieser Menschen sind mit diesen Gedanken voll. Die Vernunft sagt ihnen vielleicht "Pro EU", ihre Gefühle und Erinnerungen können das wohl nicht. Und das wird sich auch nicht mehr ändern, denke ich.

Aber schon meine Generation sieht das alles anders. Mit Engändern und Franzosen habe ich keine Probleme. Ich habe Freunde in beiden Ländern und freue mich auf die Begegnungen mit ihnen. Und dieses Denken wird sich fortsetzen und ausbauen in den Köpfen unserer Kinder.

Was kümmert es mich, wenn Blair und Chirac um die Vorteile für ihre eigenen Länder schachern? In 50 Jahren vielleicht schon wird dies alles vergessen sein.

Ich kann mir heute auch nicht mehr vorstellen, die bayern als meine Feinde anzusehen. Oder gegen die Hohenzoller in den Krieg zu ziehen. Über Feindschaften zwischen Badenern und Württembergern kann ich nur noch herzhaft lachen.

Natürlich werden die Menschen auch in 100 jahren noch wissen, auch welchem Boden ihre Vorfahren einst lebten, aber sie werden es nicht mehr als Vermächtnis ansehen, das es zu verteidigen gilt.

Natürlich kann ich auch nicht garantieren, dass dies alles so kommt. Aber wenn wir nicht daran glauben, ist Europa schon heute zum Scheitern verurteilt. Und das werden wir nicht zulassen.

Ich habe es schon öfter hier betont. Für mich ist die Türkei ein Land, dass in vielen Jahren genauso ein Mitglied sein könnte wie alle anderen. Dafür müssen die Türken das aber auch wollen und bereit sein, die entsprechenden Vorgaben der europäischen Wertegemeinschaft anzuerkennen und zu erfüllen. das ist in meinen Augen nicht zuviel verlangt sondern der Mindestmaßstab. Denn nur mit diesem kann die EU funktionieren.

Natürlich verlangt der europäische Traum viel von allen Beteiligten ab. Es sind eben nicht nur die Türken, die umdenken und sich verändern müssen.

Denkst du nicht, dass es sich lohnt, für dieses große Ziel zu kämpfen und auch Unannehmlichkeiten zu überwinden?

zübeyde
25.04.06, 16:18
Denkst du nicht, dass es sich lohnt, für dieses große Ziel zu kämpfen und auch Unannehmlichkeiten zu überwinden?


Ja auf alle Fälle. Aber !!!

Seit ca. 15 Jahren bin ich für den EU-Beitritt der Türkei. Und hätte diesen Satz von da oben unterschrieben.

Allerdings haben sich sowohl innerhalb der Türkei, als auch in der EU und um uns herum Umstände so sehr verändert und der Druck auf die Türkei so groß geworden, daß ich z.Zt. wirklich mehr als abgeneigt bin. Ich hätte nicht gedacht, daß ich mal so denken werde. Aber meine Meinung dazu ist heute: Keine weiteren Verhandlungen, wenn sie nicht ehrlich und durchsichtig geführt werden.

Du weißt, daß die EU unmögliche Forderungen sowohl Richtung Süd-Ost Türkei, als auch Richtung Zypern stellt. Dann kommt noch hinzu, daß wir in Sachen Armenier Frage ungerechten Fragen uns stellen müssen, obwohl der Druck lieber auf die andere Seite ausgeübt werden sollte, damit sie endlich zur Einsicht kommen und sich ans Tisch setzen. Dann ist die EU auch mit unseren Nachbarstaaten längst nicht gerecht, in dem sie leider immer die Leiden ihrer bevorzugten Seiten thematisiert, aber die andere Seite nicht einmal zu Wort kommen läßt. Ich möchte, daß auch menschliche Verbrechen an unseren Nachbarn genauso Beachtung finden, wie die "ach so armen Armenier, Kurden oder Inselgriechen". Andere sind auch "Menschen" und genießen auch die sogenannten Menschenrechte. Ungerecht !
Die Haltung von Frankreich in Sachen Armenier-Frage ebenso überzogen und das stört mich extrem. Unsere Kinder sollen einen sogenannten Völkermord in deutschen Schulen lernen müssen. Unerträglich !

Dann paßt es mir überhaupt nicht, daß mit Serbien EU-Gespräche geführt werden. Viel zu früh. Unmöglich diese Haltung gegenüber Serbien, so nach 12 Jahre Kriegsende. Wir leben seit 90 Jahren in Frieden und sorgten ebenfalls im kalten Krieg für Frieden in Europa mit. Die Türkei war immer ein zuverlässiger Partner und ist es immernoch. Die Serben haben innerhalb Europas den größten Krieg nach dem II. Weltkrieg angezettelt mit verheerenden Nebenerscheinungen. Wer fragt heute ?

Mir paßt es nicht, daß es in Europa z.Zt. ein immer wachsender Rassismus zu beobachten ist. Mir paßt die wischi waschi Außenpolitik der EU ebenfalls nicht. Mir passt es nicht, wie man mit Einwanderern und Minderheiten in Europa umgeht. Ich möchte kein reines "wirtschaftliches Bündnis", sondern auch ein zusammenwachsendes freudschaftliches Bündnis, das ich mir z.Zt. mit der EU aber überhaupt nicht vorstellen kann. Wann tritt denn die Vernunft ein in der Einwanderungspolitik ? Schau doch was unsere Politiker tag täglich produzieren. Nennst Du das etwas menschenwürdig ? Gesinnungstest, Erziehungsmaßnahmen etc. pp.

Wann kommt man zur Einsicht ? Erst dann, wenn man den EU-Vertrag unterzeichnet hat ? Und überhaupt, wer möchte die Türkei in der EU sehen ? Zählen wir mal die Länder auf, damit die Ernüchterung eintritt: Bulgarien, Großbritannien, Spanien, Italien ...aber der Vatikan nicht. Wer noch ? Mir fällt da jetzt erstmal keiner mehr ein.

Die Abarbeitung der eigenen europäischen Geschichte ist ebenfalls ein Problem für mich. Vielleicht ist es ja falsch, aber ich möchte genauso saubere und moralisch reine Verhältnisse finden in einer Union, wo sich die Türkeit seit nunmehr 40 Jahren bemüht, hereingelassen zu werden.

Ich finde schon allein die Vordebatten und die ständigen Erklärungen der Europa-Abgeordneter im Hinblick auf die Wahlen der Türkei "unerträglich". Sie sollen sich verdammt zurückhalten. Die Menschen in der Türkei werden schon wissen, was sie zu wählen haben. Sie sollen auch unsere nationalen Werte nicht mißachachten. Bei fast jeder Gerichtsverhandlung strömen die EU-Parlamentarier zur Beobachtung. Was soll das ? Wir sind doch ein souveränes Land, oder ? Erst wenn ich weiß, daß wir überhaupt rein kommen, kann ich mir doch solche Einmischungen erlauben, nicht wahr ?
Wir werden erzogen. Aber bei Karrikaturenstreit dürfen wir uns nicht einmischen, denn das würde sonst die Meinungsfreiheit verletzen.

Aber wie dem auch sei, die Türkei sitzt z.Zt. in blockierten Verhandlungen, und wenn das Ok sein soll, ist gut. Aber ich muß mich dafür nicht mehr hinreißen lassen. Ich schaue mir lieber ganz in Ruhe die Entwicklung an.
Mal sehen, wohin die Reise in Europa geht.

Keine Einmischungen bis das Datum des Eintritts feststeht. Und faire Verhandlungen das wären für mich die Grundlagen für weitere Gespräche. Zypern u. andere Reizthemen sollten mal schön ausgeklammert werden. Sogar um unsere Grenzen macht man sich Gedanken. Das alles geht mir zu weit.

Und zum Schluß weiß ich noch gar nicht, wie die endgültige Formulierung einer EU-Verfassung sein wird. Frankreich, die Niederlande u. Großbritannien dürfen sich Änderungen vorbehalten. Deshalb wurde ja auch noch nicht unterschrieben. Bis wir in die EU kommen, wird dieser Vertrag längst unterschriftsreif festgeschrieben sein. Und was ist, wenn für die Türkei das nicht so ok sein sollte. Wird man der Türkei als "Vollmitglied" Änderungswünsche erlauben hinsichtlich einer Verfassung, damit wir "echt zusammenwachsen" ?

Deshalb Musel, ich gönne Dir die Freude, aber bei mir sind noch ganz viele Fragen offen.

Greyson
25.04.06, 19:23
Du nicht, Greyson. Aber deine Kinder, Enkel und Urenkel...... :europe:

wieso?die wären sowieso als oder so oder so als türken erzogen worden,nicht als europäer.
bist du europäisch "erzogen" oder bist du deutscher?
wer wollte die türkei nicht in der EU?nun sie haben es geschafft..sollte doch einen "christlich europäischen" neuen feiertag wert sein,musel.
dies ist rein sarkastisch gemeint..

Global
29.04.06, 22:46
Weil die EU dann sowohl wirtschaftlich sowie ethisch und rechtlich eine echte Einheit darstellen wird, die ihren Bürgern ein sicheres Leben in Wohlstand und Gesundheit garantieren kann.

Die EU hat derzeit auch ohne die Türkei noch mit allerlei Kinderkrankheiten zu tun, bis jetzt läuft das natürlich noch nicht alles rund. Aber das wird noch kommen und die europäischen Völker werden zu einer echten Einheit verschmelzen. Natürlich dauert das alles seine Zeit. Aber da wir jetzt den kommenden Generationen den Weg ebnen, werden es diese schaffen, alte Hürden oder gar Feindschaften zu überwinden und zu vergessen und über diese nur noch verwundert in den Geschichtsbüchern zu lesen...... :europe: :aferin::europe:

Ja Mosel, schön wärs.
Doch die EU wurde den Europäern brutal aufgezwungen. Wie es die Franzosen geschafft haben abstimmen zu dürfen ist mir ein Rätsel.
Seit den Erweiterungen verlieren massenhaft Menschen ihre Arbeit; das Gesundheitssystem ist ein kapitalistisches Syndikats System ohne Bezug zu der Heilung der Kranken.
Ist das alles ethisch?

:hallo;